Messsysteme im Test: Tücke im Detail

Vielen Laien sind die Unterschiede zwischen den Messystemen nicht bekannt. Dieses Unwissen führt häufig zu weitreichenden Fehleinschätzungen. Die verbreitetsten Messmethoden sind:

  • Kernspurdetektoren für Bewertungs- und Übersichtsmessungen
  • Aktivkohle-Dosimeter für Übersichtsmessungen

Wir haben diese beiden Messsysteme umfangreich getestet und sind dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen.

Kernspurdektoren grundsätzlich geeignet
Langzeitmessungen mit Kernspurdetektoren können von vier Wochen bis zu zwölf Monaten dauern – in Ausnahmefällen auch deutlich darunter. Diese von ALTRAC geführten Detektoren eignen sich gemäß den Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission SSK (2002, Band 47) für Bewertungs- und Übersichtsmessungen.

Aktivkohle-Dosimeter können Ergebnisse “vergessen”
Für längere Messzeiten eignen sich aus wissenschaftlicher Sicht vornhemlich Kernspurdektoren. Aktivkohle-Dosimetern können unter bestimmten Bedingungen das Messergebnis „vergessen“ und somit das Resultat verfälschen.

Falsches Ergbnis durch kurze Messzeiten
Aktivkohle-Dosimeter werden häufig mit typischen Messzeiten von 24 Stunden (sog. Übersichtsmessungen) eingesetzt. Diese kurzen Messzeiten können keinen fundierten Überblick geben: Die nachfolgende Abbildung zeigt den typischen Verlauf der Radonkonzentration in einer genutzten Wohnung und verdeutlicht den klaren Vorteil von Langzeitmessungen gegenüber Messungen über wenige Stunden bzw. Tage. Kernspurdetektoren registrieren dagegen die gesamte Fläche unter der Kurve. Es geht also kein Messeffekt verloren.

Langzeitmessung von Radonkonzentration mit Kernspurdedektoren

Die Messung mit dem Kernspurdetektor gibt ein genaues Bild über den Mittelwert der Radonkonzentration. Eine Kurzzeit-Messung mit Aktivkohle zu Beginn über ein oder zwei Tage kann zu einer Unterschätzung bzw. Überschätzung der tatsächlichen Radonkonzentration führen, wenn sich die Radonkonzentraion in der zweiten Hälfte der Messung ändert. Aus diesem Grund empfiehlt die Strahlenschutzkommission (SSK) die Durchführung von Radonmessungen mit Kernspurdetektoren über zwölf Monate. Ersatzweise kann nach Aussage der SSK eine Messung über drei Monate im Frühjahr bzw. Herbst erfolgen.

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